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Vom 29. Juli bis 05. August fanden die 1. World OutGames in Montreal, Kanada statt. Über Zehntausend SportlerInnen aus 111 Ländern, darunter ca. 700 aus Deutschland gingen in 35 Sportarten an den Start im Kampf um persönliche Bestleistungen. In einigen Sportarten, wie dem Schwimmen, gab es sogar neue Altersklassen-Weltrekorde. Rudern fand auf der Olympiastrecke von 1976 statt, auf der damals u. a. Sportlerinnen vom SC Berlin-Grünau an zwei Olympiasiegen beteiligt waren. Bei den OutGames waren diesmal vom gleichen Verein acht schwule Sportler dabei. Hinzu kamen noch zwei Berliner Ruderer vom FRV, sowie je einer aus Köln und Nürnberg. Leider gab es neben diesen 12 Sportlern keine Frauen, die für Deutschland ruderten. Rudern war während der 1. World OutGames die einzige der 35 Sportarten, die durch ihren Weltverband (FISA) sanktioniert war. Ein offizieller Beobachter der FISA stufte das Leistungsniveau als "unter dem von Nationalmannschaften" ein, aber alle seien sehr begeistert dabei und die ruderischen Fähigkeiten "sehr hoch" gewesen. Kein Wunder - gab es doch unter den Teilnehmern mehrere ehemalige Landes- oder Weltmeister und RudererInnen, die auch gegenwärtig regelmäßig an anderen Masters-Wettkämpfen, bis hin zu den Worldmasters, teilnehmen. Das Teilnehmerfeld (ca. 350 RuderInnen aus 13 Nationen) ermittelte in 43 anspruchsvollen Rennen während der OutGames die Besten unter ihnen. Entsprechend der FISA-Regeln wurden die Wettkämpfe bei mehr als sechs Booten eines Rennens in Abteilungen ausgefahren.

Dem jeweiligen Sieger winkte eine Goldmedaille zum Lohn. Insgesamt wurde 66 mal Gold vergeben. Je ein Drittel davon ging an die starken Kanadier und US-Amerikaner. Die anderen Sieger kamen aus Dänemark (7), Australien (6), Niederlande (6), Deutschland (5), Brasilien (1) und Frankreich (1). Überragender deutscher Teilnehmer war Stefan Domalski aus Nürnberg, der aus jedem seiner drei Rennen (M Open 1x, MM B 1x, M Open 2x) als Sieger hervorging. Die Berliner Queerschläger konnten sich zweimal Goldmedaillen umhängen lassen:

Martin Schell vom SCBG gewann sein Rennen im Skiff und auch Ingo Kölsch vom FRV, unterstützt vom starken Hans-Jürgen Keens aus Köln, konnte sich nach seinem Doppelzweier-Rennen vergolden lassen. Restlos verausgabt untermauerte Ingo Kölsch den Wert dieses Sieges mit dem Wunsch, nun endlich als die "Grande Dame" des Queerschlag-Ruderns in die Geschichte eingehen zu dürfen. Dem sollte entsprochen werden! Leider waren den anderen Booten der Berliner häufig sehr starke Gegner zugelost worden: die Hälfte aller weiteren 12 Boote mit Queerschlägern rangierte sich auf dem medaillenlosen zweiten Rang ein. Was ihre Leistungen aber nicht schmälert! Die Jungs um Martin Schell mit Rinaldo Zeidler, Jens Steckel, Harald Groß mussten sich nur einem starken Montrealer Team mit dem US-amerikanischen Worldmasters-Sieger Marc Daemen an Bord geschlagen geben, Jens Steckel und Harald Groß am nächsten Tag noch ein zweites mal im Doppelzweier.

Darüber hinaus versank leider ein "Krebs" die greifbar nahe Goldmedaille für Martin Schell und Rinaldo Zeidler im Doppelzweier, die bis kurz vor Ende ihres Rennens in Führung gelegen hatten. Weitere zweite Plätze gab es für Ingo Kölsch, Thomas Ruffer, Axel Tippmann gemeinsam mit H.-J. Keens aus Köln im Doppelvierer und jeweils im Doppelzweier für die "Queerschläger-Novizen" Axel Tippmann und Andreas Böttcher, die dabei maßgeblich von ihren erfahreneren Partnern Thomas Ruffer und Hans-Jürgen Keens unterstützt wurden. Neben den bisher beschriebenen zwei ersten und sechs zweiten Plätzen erruderten sich Berliner Queerschläger noch drei achtbare dritte Plätze, darunter den im Doppelvierer von Uwe Rink, Uwe Reiter und Andreas Böttcher, die durch Paul Wollaston aus Toronto, Kanada dabei internationalen Beistand erhielten. Eine insgesamt gute Bilanz der Berliner, deren intensives Winter- und Frühjahrstraining zum Erfolg gebracht wurde, wenngleich sich der eine oder andere gern am Ende auch noch mit einer Medaille belohnt gesehen hätte.

Einem ist das dann auch noch gelungen: im 5000-m-Lauf kam Harald Groß das Kraft- und Ausdauertraining vom Rudern wohl zugute und verhalf ihm in seiner Laufdisziplin bei den OutGames in Montreal zur Silbermedaille. Und noch wertvoller: An Andreas Böttchers Hand strahlt seit dem Montrealer sportlichen Großereignis ein Ehering! Hier hat er seinem langjährigem Freund im Beisein vieler Queerschläger und des kanadischen Fernsehens das standesamtliche "JA"-Wort gegeben. Aber das ist eine andere Geschichte...

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