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Budapest ist eben nicht Berlin! Mit dieser Erkenntnis im Gepäck kehrte  ich, Andreas, Mitglied im Vorstand von team berlin e.V., und sicher auch viele der anderen deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der EuroGames 2012 aus Budapest zurück.

Zwar zeigte sich die lebendige Metropole an der Donau den Besuchern uns von Ihrer bekanntschönsten Seite und auch die sportlichen Wettkämpfe, zentrales Element der EuroGames, waren wieder sehr spannend. Doch beeindruckender war im Grunde, was eben NICHT zu sehen war: Keine einzige Regenbogenflagge, nirgends ein Hinweis auf das größte europäische LGBT-Sportereignis, keine Plakate, keine Flyer, keine bunten Wimpel - einfach nichts. Das Bild prägte stattdessen die Omnipräsenz von Sicherheitskräften und Polizisten vor jeder der Sport- und Veranstaltungsstätten.

Nachdem sich der Budapester Bürgermeister aus verschiedenen, vor allem wohl persönlichen Gründen nicht in der Lage sah, die EuroGames in irgendeiner Form zu unterstützen, hatten es die ungarischen Organisatoren ohnehin bereits schwer, Sportstätten und Volunteers zu finden, die für die Spiele nun einmal Grundvoraussetzung sind. Dass es Ihnen trotzdem gelungen ist, ist ihr großartiger Verdienst.Dass die Spiele wegen der Sicherheitsanforderungen quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden, dass die Events nicht auf öffentlichem Grund Platz fanden, dass vor und hinter den Teilnehmern der Eröffnungszeremonie Blaulichter aufblitzten und bereits eine simple Frage nach dem Eingang zur Sportstätte die sofortige Straßensperrung und Begleitung der Fragenden durch eine Polizeieskorte zur Folge hatte, das war vor allem der polemischen rechtsnationalen Minderheit Ungarns zu verdanken. Öffentlich machte sie Stimmung gegen die „Schwuchtel-Olympiade“ - so viel, dass in den anderen europäischen Ländern Sorge um die Sicherheit der  Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Anfragen auf höchster politischer Ebene führten, wie mir Botschafter Matei Hoffmann im persönlichen Gespräch berichtete. Ihn trafen wir auf einem von team berlin initiierten Empfang im Hof der deutschen Botschaft. Über 70 deutsche Sportlerinnen und Sportler nutzten dort die Gelegenheit, die politische Seite Ihrer Teilnahme zu unterstreichen.

Wir Berliner Teilnehmerinnen und Teilnehmer taten dies übrigens auch öffentlich: Mit unseren leuchtend blauen team-berlin-T-Shirts zeigten wir deutlich sichtbar unsere Unterstützung für die Budapester EuroGames. Schließlich waren es die ersten EuroGames in einem Land des ehemaligen Ostblocks. Wir waren dabei!

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