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Zum 15. Queerschlag-Geburtstag gab es eine Premiere:  Die Stiftung RUDERTEST begleitete 12 QueerschlägerInnen und ihre Gäste zur Geburtstagsfahrt im Februar 2013 nach Zingst. Hier der Testbericht:

Geburtstagsqualitäten

Leider konnte von den Gründungs-Müttern&Vätern nur Ingo K. an der Reise teilnehmen, das waren 33,33%. Dies war eine durchaus erfreuliche Quote, deshalb dafür ein „gut“.

Unterkunft

Die Herberge war gebucht im Steigenberger Aparthotel Zingst. Dies klingt edler als es war, aber nun gut. Als negativ musste bewertet werden, daß die Hälfte der Geburtstagsgesellschaft in den durchaus großzügigen, aber eher unedel eingerichteten Räumen des Aparthotels untergebracht wurde, die andere Hälfte hingegen stilsicher im gegenüberliegenden „echten“ weißen Strandhotel. Die Zurückgebliebenen konnten sich nun fragen, ob es Zufall oder Absicht war, sie derartig schoflig zu behandeln. Trösten konnten sie sich damit, dass die „echten“ Zimmer im voll belegten Nobelhotel eher klein und hellhörig waren. Der Neidfaktor hielt sich damit in Grenzen – dafür ein „gut“ für beide Herbergen.

Frühstück

Das Frühstück konnten alle gemeinsam im noblen Strandhotel einnehmen. Bevorzugt waren dabei FrühaufsteherInnen wie Ingo K., Thea K. und Meike F., die einfach im Hauptraum Platz nahmen und damit in den Genuss des vollen (wirklich, wirklich vollen & tollen ) Buffets kamen. Die Langschläfer wie Jens L., Flo M. und Arnd B. mußten hingegen in der scheinbar noblen Oyster-Bar Platz nehmen, die allerdings ein massiv abgespecktes Klein-Buffet anbot. So musste Reiseleiter Christoph S. durchaus mehrmals manuell Nachschub heranschaffen. Für das Gesamtkonzept des Frühstücks können wir aber doch ein „sehr gut“ vergeben.

Mode

Unter den durchaus „normal sportlich“ gekleideten TeilnehmerInnen sind zwei deutlich hervorzuheben: Hans-Jürgen K., der mit seinem sonnengelben Wanderjäckchen ein bisschen Farbe und gute Laune ins grau-schwarze Einheits-Touren-Bekleidungs-Programm brachte, und Hans H., der auf seine unnachahmliche Weise eine dezente, aber äußerst reizende dunkellila Federboa zum schicken Lodenmantel trug und damit einen deutlichen und geschmackvollen Akzent setzte. Dafür gibt es ein klares „Ausgezeichnet“.

Tourismus-Konzept

In den vergangenen 20 Jahren hat sich hier auf dem Darß (bzw. auf dem Zingst) einiges getan. Einige Dinge aber sind immer noch „wie früher“ und warten auf Änderung. Hier zwei Beispiele:

Das Cafe im Leuchtturm Prerow, das wir nach 2 Stunden strammen Fußmarsches erreichten, war nur betretbar, wenn man für 5 EUR eine Eintrittskarte ins „Natureum“, die parallel betriebene Ausstellung, löste; dies ist Kundenabschreckung pur (auch wir liefen einfach weiter bis ins nächste Cafe/Bäckerei nach Prerow). In eben jenem selben fand im angeschlossenen Cafebereich ein getrennter Kuchen- und Kaffeeverkauf statt. Hieß: Erst am Tresen Kuchen aussuchen und bezahlen, dann wieder hinsetzen, Kuchen wird gebracht, dann Kaffee bei der zweiten Servicekraft bestellen, der kam dann auch noch nach. Auch dieses ineffektive Bewirtungskonzept ist stark verbesserungswürdig. Dafür ein „befriedigend“

Bewirtung

Der erste Abend in der Fischerklause war gut gewählt (recht leckerer Fisch), auch wenn der Frittengeruch doch länger als 10 min in den Klamotten hing. Allerdings würden wir uns als Gaststättenbetreiber nicht zumuten, die Auszeichnung „Goldenes Fischbesteck – eine sehr begehrte Auszeichnung der besten Fischrestaurants aus DDR- Zeiten“, an die Wand zu hängen. Bratkartoffeln ohne Speck gab es auch nicht – deshalb hier nur ein schwaches „gut“, vor allem wegen des durchaus guten Fischs.

Der zweite Abend im Kurhaus Zingst direkt an der Seebrücke war optisch ansprechender, aber kulinarisch ausgesprochen „eigen“. Zuerst wurde Kai M. eine Waldpilzsuppe MIT Speck aufgetischt, was in keinster Weise vorher ersichtlich war. Dadurch gewarnt, fragte man vor dem Hauptgang lieber nochmal nach weiterem speckigen Inhalt  - und tatsächlich: Auch das Wirsinggemüse sollte Speck enthalten. Nach lautstarkem Protest erbarmte sich die Küche und bereitete frisches speckfreies Wirsinggemüse nur für uns zu. Da auch die Spaghetti-Fisch-Kombination nur suboptimal  sowie die Zahl der servierbaren Portionen der Creme Caramel beschränkt war, gibt es auch hier nur ein schwaches „gut“

Wetter

Zwar ließ sich die Sonne während der 48 Stunden Aufenthalt nicht blicken, aber es war bei ca 0 Grad windstill und trocken– und vor allem lagen noch ca. 5 cm Altschnee. Damit war die Ostsee- und Boddenlandschaft des Zingst ganz entzückend gestaltet und eines Queerschlag-Geburtstages würdig. Dafür ein klares „Ausgezeichnet“

Programm und Reiseleitung

Die große Strand-Naturschutzgebiet-Leuchtturm-Darßwaldwanderung am Samstag (knapp 15 km) war sehr gut geplant und landschaftlich reizvoll. Besonders die Tour durch das Vogelschutzgebiet (Holzstege über Schilf) wurde sehr gelobt. Lediglich die viel zu hohe Geh-Geschwindigkeit von Michael J. und Kai M. hat leichte Abstriche an der Gesamtbewertung zur Folge. Auch die kleinen Wieck- und Ahrenshoopwanderungen waren sehr freundlich geplant und fanden den Beifall der Reisegruppe.

Die Reiseleitung selber (Christoph S. und Michael J.) ist einfach nur vorzüglich zu nennen: Sehr gut organisiert, von großer Freundlichkeit und Geduld auch gegenüber den üblichen Queerschlag-Prinzen und -Prinzessinnen geprägt. Dafür gibt es ein ganz klares „Ausgezeichnet“ und einen herzlichen Dank, ebenso wie für den freiwilligen Reisefotografen Basti P.

Gesamteindruck

Obwohl einige Teilaspekte der Reise keine volle positive Bewertung erhalten konnten, vergibt die Stiftung RUDERTEST als Gesamturteil ein „Ausgezeichnet“. Der Grund dafür? Die TeilnehmerInnen. Wie immer: Charmant, unterhaltsam, freudig, neugierig, mitteilungsbedürftig, rücksichtsvoll – kurz: Einfach toll. Das zeichnet die Queerschlag-Reisen bisher immer aus, und so war es auch in diesem Jahr wieder. Deshalb freuen sich alle nun auf die 16. Geburtstagsfahrt, und die Stiftung wünscht allen potentiellen TeilnehmerInnen bereits im Vorfeld: „Volle Kraft voraus, auf zum Scheitelpunkt des Lichts!“ * (*nur für ReiseteilnehmerInnen verständlich)

Es grüßt alle Reisenden und Daheimgebliebenen

die Chronistin Thea K.

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