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Von Grünau ins Ruppiner Land

Eine sieben tägige Ruderwanderfahrt über 150 km ins Ruppiner Land. Über Grünau und den Landwehrkanal entlang nach Spandau, Kremmen und Neu-Ruppin.

 

Die Fahrt


Harmonie und Emotionen

Im Mai 1905 ruderten fünf junge Männer von Spandau nach Stendenitz am Zermützelsee. Was sie erlebten und empfanden hielten sie in einem ausführlichen Fahrtenbericht fest (nachzulesen in dem Buch „Der Ruderklub“).
Ich habe ein paar Sätze abgeschrieben, weil sie einfach zu gut zu unseren Erlebnissen passen wollen:

Vom schönen Ruppiner See führte uns eine liebliche Straße an grünen Gärten vorüber durch Alt-Ruppin zu der berüchtigten Neu-Mühler-Schleuse.
Der Mühlenbesitzer ist ein strenger Herr und duldet nicht, dass eines lumpigen Ruderbootes wegen seiner Mühle die gute Wasserkraft verloren geht (…)

Juli 2022: Bei uns war es nur die Mittagspause des Schleusenwärters, die uns zum Umtragen zwang.

Oberhalb der Schleuse bot sich ein lauschiger Blick auf den Molchow-See (…)

Wie herrlich ruderte es sich über die stillen, waldumkränzten Seen, deren Ruhe nur selten ein Fischerkahn störte, und wie frei und ungebunden fühlten wir uns alle, losgelöst von der öden Alltagsplage und fern dem nerventötenden Großstadt-Getriebe (…)

Der schönste der Ruppiner Seen tat sich vor uns auf, der herrliche Zermützel. Er allein lohnt schon die Fahrt hier herauf (…)

Befriedigt von der schönen Tour schwangen wir uns auf‘s letzte Ende noch zu kräftigem Anriss empor, weil der Himmel den seit langem ersehnten Gottessegen zu spenden versprach. Für Wald und Feld war es eine Wohltat, und wir gönnten ihn allen denen, die darauf gewartet hatten.

Juli 2022: War es eine Zeitreise, die wir unternahmen? Genau so erging es uns

Montag, 04. Juli 2022 - Freitag, 08. Juli 2022

Nun aber der Reihe nach: Wir starten am Montagmorgen in Grünau, durchziehen die Hauptstadt von Südosten nach Nordwesten und nächtigen im Ruder-Verein Preußen-Saffonia, wo man uns äußerst gastfreundlich empfängt. Nach 45 in sommerlicher Hitze geruderten Kilometern begeben wir uns erschöpft in die urige Schlafstätte unterm Dach.

Der Dienstag führt uns bis Kremmen. Drei Schleusen und ein fast die volle Breite des Ruppiner Kanals einnehmender Baukahn werden mit Bravour passiert. Unterkunft finden wir nach 20minütigem Fußweg im wunderschönen Hotel „Alte Lebkuchenfabrik“. Als einzige Gäste verleben wir dort einen ebenso lustigen wie harmonischen Abend. Stilvoll eingerichtete Zimmer lassen alle zufrieden einschlafen.

Am dritten Tag geht es durch das Rhinluch, welches wir an der Schleuse Alt-Friesack verlassen. Die heute kurze Tagesetappe lässt uns Zeit für eine ausgiebige Mittagspause in Wustrau, ehe wir am Nachmittag im Jugenddorf Gwenikow anlanden. Einem harmonischen Tag folgt ein weiterer harmonischer Abend.

An Tag vier durchziehen wir zügig den Ruppiner See ohne Stopp in Neuruppin, da uns die (1905 noch nicht verfügbare) Wetter-App kräftigen Regen ankündigt. Nun passen die eingangs zitierten Sätze (siehe oben). Der Zermützelsee ist so schön, dass wir anhalten und genüsslich in uns aufsaugen wollen, was wir sehen. Dann kommen wir ins seerosenbewachsene Rottstielfließ, und hier ist es nun wirklich unbeschreiblich idyllisch. Man wähnt sich in einem Märchenwald, an dessen Ende wir mit „Skulls lang“ durch eine schmale, alte Brücke gleiten und den Tornowsee erreichen. Während wir so lautlos auf den See hinaustreiben, werden die Stille und die Natur ganz mächtig. Das niedliche rote Backsteinhaus, die hügeligen, bewaldeten Ufer und dieses Gefühl, gerade zu erleben, was Menschen schon 1905 empfanden, lassen mich ganz in Gedanken versinken. Max spricht aus, was auch ich gerade fühle: „Mir kommen fast die Tränen, so schön ist das hier!“ Am Nordende mündet der Binenbuch in den See. Dort gibt es eine kleine Lücke im Schilf, durch die wir anlanden. Erst jetzt erblicken wir die Boltenmühle, die für drei Nächte unser Quartier sein sollte.

Am Mittag des fünften Tages endet am Alt Ruppiner Ruderclub der erste Teil der Wanderfahrt. Unsere harmonische Zwölfergruppe reduziert sich. Die restlichen Neun machen sich auf nach Neuruppin zur Stadtbesichtigung und erwarten am Nachmittag 13 Anfängerinnen und Anfänger des Jahres 2022 zu ihrer ersten Wanderfahrt. Mit unseren zwei eigenen zuzüglich zwei geliehenen Vierern rudern wir ein weiteres Mal die romantische Strecke nach Boltenmühle.

 

Sonnabend, 09. Juli 2022 - Sonntag, 10. Juli 2022

Von Boltenmühle geht’s durch den Lindower Rhin, den Möllensee streifend hinaus auf den mächtigen Gudelacksee, an dessen gegenüberliegendem Ufer in weiter Ferne die kleine Stadt Lindow zu sehen ist. Wir bleiben am Westufer und legen an einer Badestelle zur Mittagsrast an. Ein ebenso kräftiger wie lang anhaltender Regenschauer lässt unsere „Neuen“ gleich mal die volle Härte des Wanderruderns kennenlernen. Der guten Stimmung tut dies keinen Abbruch, und überhaupt wird der zweite Teil der Wanderfahrt ebenso harmonisch und schön wie der erste. Am Abend heißt es relaxen im Solebad oder Schlager singen auf der Eselwiese, während sich der Mond romantisch im Tornowsee spiegelt. Wen stören da ein paar Mücken (und Schlangen) am Seeufer.

Am Sonntag durchfahren wir ein letztes Mal das Rottstielfließ in Richtung Alt-Ruppin. Nach sieben Tagen treuer Dienste werden die Boote auf unseren Anhänger zum Rücktransport nach Grünau verladen. Was für eine schöne Woche! Ein großes Dankeschön an alle, die zum Gelingen dieser grandiosen Fahrt beigetragen haben!

Martin Badow

 

Die Eindrücke


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