Le soleil brille! Oder: Wie man...

Oder: Wie man kühle Berliner abbrüht und trotzdem gewinnt. Paris 2018, Paris 2024, Paris 2026. Drei Jahre, drei Events, ein Motto: Heiß!

Ob Gay Games, Olympische Spiele oder das Paris International Tournament – die Hauptstadt Frankreichs hat sich als zuverlässiger Lieferant für Sonnenschläge etabliert. Und während die Queerschlag-Crew bisher das TiP außer acht ließ (Rudern stand schlicht nie auf dem Programm), lockte diesmal die Regattastrecke der Olympischen Spiele 2024 – dank der Gastgeber von frog‘n‘row. Die Strecke kannten wir schon von 2018: eine baumlose Wüste, ab Mittag ohne Schatten, der Bootsplatz eine Asphaltfritteuse. Immerhin gab es diesmal Toiletten – und ein Rahmenprogramm, das keine Wünsche offenließ: Dragqueens, die die Rennen auf Französisch kommentierten (wobei « Le soleil brille! » das Einzige war, das ich sicher verstehen konnte), dazu Live-Chansons vom Chor. Kurz: Paris gab sich Mühe, die Hitze erträglich zu machen. 

Die Rennen selbst waren so kurz wie intensiv – keine Vorläufe, keine Altersklassen, kein Zeitbonus für Senioren und schon gar kein Mitleid mit der Sonne. Nur bei den größeren Rennen mit mehr Booten als Bahnen wurde aufgeteilt, die Platzierung dann nach Zeit entschieden. Und die französischen Athleten? Die waren einfach zu gut. Selbst Guido, sonst
ein Garant für Podestplätze, musste sich im Einer geschlagen geben. Doch im Doppelzweier lief es besser – zumindest für ein Queerschlag-Team. José und Guido deklassierten Karsten und Marian mühelos, während letztere im Boot wie zwei überreife Brühwürstchen schmorten. Aber kämpfen taten sie alle – gegeneinander und gegen die Hitze. Kaum zwei Stunden später saßen alle vier wieder im selben Boot: Doppelvierer der Männer, vier Boote, ein kleines Rennen. Queerschlag sicherte sich Platz zwei und damit die Moral. 

Fazit: Ein gelungener Tag. Ob das Format als queerer Ruderwettkampf dauerhaft Fuß fasst? Mal abwarten. 2027 warten die Eurogames in Cardiff. Und die Frage: Reicht das Momentum für zwei queere Regatten in einem Jahr? Die Wette gilt.

 


Bilder von: https://www.flickr.com/people/203535456@N06/

Text: Karsten B.

 

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